Die Bedeutung alter Nutztierrassen wie das Glanrind und die Thüringer Waldziege für unsere Kulturlandschaft ist immens. Diese traditionellen Arten sind nicht nur ein Teil unseres agrarischen Erbes, sie spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Rassenvielfalt. Viele dieser Nutztierrassen sind in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft oder befinden sich in der Vorwarnstufe. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) sowie die Dr. Axe-Stiftung setzen sich aktiv für den Schutz dieser Rassen ein, um ihr Aussterben zu verhindern. Durch gezielte Erhaltungsmaßnahmen wird die Fortführung traditioneller Tierrassen gefördert, gerade in einer Zeit, in der Hochleistungsrassen die Nahrungsmittelproduktion dominieren. Der Schutz dieser Rassen ist nicht nur ein Anliegen der Biodiversität, sondern auch essenziell für eine nachhaltige Ressourcennutzung und die Sicherstellung der Ernährung.
Gefährdete Rassen von Pferden und Rindern
In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind zahlreiche einheimische Nutztierrassen als gefährdet eingestuft. Die Rote Liste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung listet nicht nur Pferde und Rinder, sondern auch andere Nutztierarten wie Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügelrassen. Diese gefährdeten Rassen spielen eine entscheidende Rolle in der Landwirtschaft und der genetischen Vielfalt. Durch Förderprogramme können Landwirte Mehrfachanträge für Reservetiere stellen, um den Erhalt dieser Fördertierarten zu unterstützen. Insbesondere die Erhaltung von alten Rassen ist von großer Bedeutung, da sie anpassungsfähiger sind und zum Erhalt traditioneller agrarischer Strukturen beitragen. Schwankungen in der Nachfrage und industrielle Landwirtschaft stellen jedoch eine Herausforderung für die langfristige Bewahrung dieser wertvollen Tierrassen dar.
Schutzmaßnahmen für alte Tierrassen
Schutzmaßnahmen für extrem gefährdete alte Tierrassen sind von entscheidender Bedeutung, um das Aussterben vieler einheimischer Nutztierrassen in Deutschland zu verhindern. Aktuell sind 58 von 81 Rassen laut Gefährdungseinstufung akut gefährdet. Initiativen wie die Dr. Axe-Stiftung und das Arche-Projekt arbeiten aktiv an der Erhaltung dieser Rassen, darunter das Rote Höhenvieh, das Schwäbisch Hällische Schwein sowie die Heidschnucken. Die Bestandszahlen aus dem Jahr 2021 zeigen alarmierend, dass 71 Prozent der traditionellen Rind-, Pferd-, Schwein-, Schaf- und Ziegenrassen in der Vorwarnstufe sind. Auch Herausforderungen wie der Klimawandel stellen eine Bedrohung dar. Veranstaltungen, wie der Kongress in Bonn, fördern den Austausch zwischen Züchtern und Interessierten. Zudem spielt der Kienbergpark durch gezielte Beweidung eine essenzielle Rolle im Schutz bedrohter Tierrassen. Das Engagement für diese alten Rassen ist daher unerlässlich, um ihre fortwährende Existenz zu sichern.
Die Rolle der GEH in der Bewahrung
Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) spielt eine Schlüsselrolle in der Erhaltung und Züchtung von alten Tierrassen. Durch gezielte Zuchtarbeit auf Arche-Höfen in Witzenhausen wird das Wissen um die wertvollen Eigenschaften dieser Rassen bewahrt. Die GEH setzt sich aktiv für die Anerkennung gefährdeter Rassen auf der Roten Liste und deren verschiedenste Gefährdungsstufen ein. Der Erhalt von Kühen, Hühnern, Schweinen und Mastrindern in der Nutztierhaltung ist entscheidend, um das Aussterben dieser Rassen zu verhindern. Zudem fördert die GEH die Forschung an der Universität Kassel im Bereich Agrarwissenschaften, um hybride Züchtungen zu vermeiden und ungewollte Inzuchtlinien zu minimieren. Ihre Bemühungen tragen maßgeblich dazu bei, dass alte Haustierrassen wie Eierschiffer und Mastgeflügel weiterhin erhalten bleiben und eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Landwirtschaft spielen.


